Auffangstation für Pferde - Irlandas Weg ins Glück

Irlandas Geschichte ist eine beinahe dramatische Geschichte mit Happy End und dieses Happy End ist am Schluss das wirklich Wichtige !

Sie ist gleichzeitig eine Geschichte, die uns Erfahrung im Umgang mit Behörden im Allgemeinen und im Speziellen mit den Behörden der Gemeinde Arucas auf Gran Canaria lehrte.

Und sie ist eine Geschichte, die uns noch einmal sehr klar vor Augen führte, worauf es uns mit unserer Arbeit für bessere Lebensbedingungen von Tieren auf Gran Canaria wirklich ankommt...

Kurz zusammen gefasst: Als wir auf Irlandas Schicksal aufmerksam geworden waren (siehe ausführliche Dokumentation), entschloss sich ARYCAN gemeinsam mit einem weiteren canarischen Verein zu einer Anzeige bei der SEPRONA (spanische Polizeibehörde).

Wir befreiten Irlanda aus ihrer misslichen und lebensbedrohlichen Situation und brachten sie auf dem Gelände ihrer Pflegeeltern und in der Gesellschaft einer weiteren Stute unter. Da für Irlanda der Stall ohnehin ausgebaut werden musste, wurde so das Vorhaben vom Aufbau einer kleinen Auffangstation für Pferde geboren, das schließlich auch in die Tat umgesetzt worden ist.

Was wir jedoch zu diesem Zeitpunkt und 15 weitere Monate lang (Irlandas Aufenthalt in der Auffangstation) nicht ahnten, waren folgende Tatsachen:

  • dass SEPRONA´s einzige Unterstützung und Aufgaben darin bestehen konnten, unsere Angaben zu überprüfen, den Abtransport der illegal gehaltenen Tiere zu beaufsichtigen sowie die Anzeige an das zuständige Gericht in ARUCAS weiterzuleiten
  • dass wir mit der Anzeige bei SEPRONA jedes Recht auf weitere Information darüber verloren hatten, was am Ende mit Irlanda geschehen würde
  • wir nicht im Traum damit gerechnet hätten, dass Irlanda je wieder ihrem Besitzer zugesprochen werden könnte, weil wir durch ein Versäumnis des zuständigen Gerichts in Arucas auch die Pflegerechte an Irlanda verlieren würden

Da per Gerichtsurteil die Beschlagnahme von Irlanda sowie der ebenfalls auf dem Grundstück noch lebend aufgefunden Hunde angeordnet worden und der Besitzer der Tiere in Untersuchungshaft genommen und für schuldig befunden worden war, sind wir davon ausgegangen, dass wir ganz nach unserem Plan, Irlanda würden aufpäppeln und an neues gutes Zuhause vermitteln können.

Erst vor ein paar Wochen erreichte uns die zunächst ebenso knappe wie unverständliche und schockierende Information, dass Irlanda an ihren Besitzer zurück zu geben sei !

Tränen, Trauer, Fassungslosigkeit, Verzweiflung, Ohnmacht, Wut – mit diesem Wechselbad der Gefühle lässt sich in etwa das beschreiben, was angesichts dieser unglaublichen Nachricht in uns allen, vor allem aber in Irlandas Pflegeeltern, vorging.

Doch als wir unsere Fassung zurück erlangt hatten, stand unwiderruflich fest, dass wir mit allen Mitteln um Irlanda kämpfen würden, notfalls mit einem Freikauf, in jedem Fall aber mit rechtlichem Beistand.

Dafür war zunächst eine Recherche der Umstände nötig, die uns vor vollendete Tatsachen gestellt hatte und damit beauftragten wir eine Rechtsanwältin mit Sitz in Las Palmas, denn nur sie würde das Recht auf Einsicht in die Akten zu Irlandas Fall bei Gericht in Arucas bekommen.

Und so wie für jedes Vorhaben auch eine Portion Glück und Schicksalsfügung zu einem guten Abschluss dazu gehört, stellte sich die Geschichte bis zum Happy End wie folgt dar:

Irlandas ehemaliger Besitzer hatte nach seiner Freilassung aus der Untersuchungshaft gegen das erste Urteil des Gerichts Widerspruch eingelegt und versucht, seinen Anspruch auf Wiedererlangung von Irlanda in seinen Besitz, mit Hilfe eines Rechtsanwalts durch zu setzen.

Dieser Anwalt, selbst Tierfreund und "Pferdenarr", hatte sich Irlandas Geschichte angehört und sich schließlich bereit erklärt, den Fall zu übernehmen. Dafür stellte er Irlandas Besitzer jedoch die Bedingung, dass unabhängig vom Ausgang des Verfahrens und Urteils, Irlanda nicht wieder zurück zu diesem und in eine ungewisse Zukunft kommen würde, sondern in seinen Besitz und in die Gesellschaft seiner eigenen Pferde.

Irlandas Besitzer, der sie mangels eigenen Grundstücks für eine artgerechte Haltung doch wieder nur illegal auf dem Grundstück seines Nachbarn hätte unterbringen können, war mit dieser Bedingung einverstanden.

Für eine Neuaufnahme und Neubeurteilung des Falls war nach dem Widerspruch gegen den Beschlagnahmebescheid des Gerichts in Arucas, innerhalb einer bestimmten Frist die Anrufung einer höheren Gerichtsinstanz erforderlich. Die Einhaltung dieser Frist für die Weiterleitung der Akten zu Irlandas Fall, war aber aufgrund des Versäumnisses des Gerichts in Arucas zwischenzeitlich verstrichen und hatte eine Annulierung des Beschlagnahmeurteils zur Folge gehabt. Das bedeutete nichts Anderes, als dass ARYCAN damit sämtliche Ansprüche an Irlanda verloren hatte !

Wir hätten nun zwei Möglichkeiten gehabt:

a) den Versuch eines Freikaufs von Irlanda

b) uns auf eine weitere gerichtliche Auseinandersetzung mit ungewissem Ausgang einzulassen

Beide Möglichkeiten hätten uns viel Geld gekostet. Gelder, die uns von Tierfreunden für den Schutz von Tieren geschenkt werden und die wir eins zu eins für die Tiere einsetzen wollen - mit Einverständnis der Schenker notfalls natürlich auch für ein einzelnes Tier...

Was wir aber auf keinen Fall wollen, ist: diese Gelder für Verwaltung und/oder gerichtliche Auseinandersetzungen zu verplempern – womit wir wieder am Anfang dieses Berichts sind !

Und darum zogen wir die einzig mögliche Alternative in Betracht – die Kontaktaufnahme zu dem Rechtsanwalt und jetzigem Halter, der nach den uns nun vorliegenden Informationen für Irlanda das Beste zu wollen schien und durch unsere Rechtsanwältin eine Bitte an ihn heran tragen zu lassen: Wir hatten den Wunsch uns davon zu überzeugen, dass es Irlanda bei ihm wirklich gut gehen würde.

Wir erfuhren daraufhin nicht nur eine sehr freundliche und zuvorkommende Art und Weise unserer Bitte nachzukommen, wir durften auch Irlandas Ankunft in ihrem neuen Zuhause mit erleben und erhielten die ehrliche Zusage, dass wir Irlanda von Zeit zu Zeit besuchen dürfen.

Anfang März konnte Andrea in Begleitung von Irlandas Pflegeeltern und gleichzeitig mit Irlandas Ankunft das neue Zuhause besichtigen. Dabei entstanden natürlich auch Fotos, die wir heute zusammen mit dem Bericht und mit großer Freude zeigen.

Wir möchten dabei nicht versäumen, uns bei allen Menschen noch einmal herzlich zu bedanken, die uns mit finanzieller Unterstützung und ihren Patenschaftsgeldern dabei halfen, Irlanda in eine glückliche Zukunft zu begleiten !

Ein würdiger Abschluss dieses Berichts findet sich darum mit den Worten von Elke, Irlandas Pflegemama, die noch während des Besuchs aussprach, wovon wir heute alle überzeugt sind :

Irlanda geht es aufgrund des großzügigen Platzangebotes, hervorragender Verpflegung und artgerechter Beschäftigung und in der Gesellschaft mehrerer Artgenossen, die sie freundlich in ihre Gemeinschaft aufnahmen, hier noch besser als in unserer kleinen Auffangstation!