Tierkrankheiten

In Süd- und Osteuropa kommen einige Krankheiten vor, die in Westeuropa vielen Menschen und leider auch (noch) vielen Tierärzten unbekannt sind. Ein paar dieser Krankheiten können den Hund schwer schädigen und im schlimmsten Fall zum Tod führen, wenn sie unbehandelt bleiben.

Natürlich sind nicht alle Hunde aus dem Süden oder Osten krank, doch es gibt Regionen, in denen ein hoher Prozentsatz aller Hunde mit Leishmaniose infiziert ist (die Durchseuchungsrate auf den kanarischen Inseln wird allerdings bis heute noch als gering eingeschätzt).

 

Filariose

Filarien sind Würmer, deren bekannteste Form der Herzwurm ist, doch es gibt noch weitere Filarien, die das Bindegewebe, die Haut und verschiedene Organe befallen.

Je nach Art werden sie zunächst als Larven ins Blut übertragen und breiten sich nach langer Wanderung durch den Körper als Mikrofilarien in Herz und Lunge sowie anderen Organen, dem Bindegewebe oder der Haut aus. Die so entstandenen Makrofilarien geben wiederum Mikrofilarien ins Blut ab, an denen sich Überträger (Stechmücken und Flöhe) infizieren.

Symptome äußern sich bei einigen Arten in Husten, Gewichtsverlust, Schwäche, Atemnot, Hauterhebungen und Ekzemen. Bei anderen Arten gibt es keinerlei Symptome.

Menschen sind wie Tiere durch den Stich von infizierten Mücken oder Flöhen gefährdet.

Bitte lesen Sie aufgrund der besonderen Relevanz für die kanarischen Inseln auch den

ausführlichen Informationstext zu Filariose !

 

Leishmaniose

Leishmaniose gilt als unheilbare Krankheit und die Sterblichkeitsrate erkrankter Hunde m Süden ist im Allgemeinen hoch. Eine Impfung gibt es nicht. Dennoch gibt es eine nicht geringe Anzahl Hunde, die positiv getestet, also Träger der Krankheit sind, bei denen die Krankheit aufgrund eines stabilen Immunsystems aber dennoch nicht ausbricht - in vielen Fällen lebenslang nicht ausbricht !

Überträger der Leishmaniose sind ausschließlich Sandmücken (Schmetterlingsmücken), von denen nur die weiblichen Blut saugen. Sie infizieren mit ihrem Stich sowohl Hunde wie auch Menschen, wobei sich ein Krankheitsbild bei erwachsenen Menschen mit gutem Immunstatus selten zeigt.

Ein erhöhtes Risiko sich während eines Urlaubs im Süden mit Leishmaniose zu infizieren, tragen durch andere schwere Infektionen geschwächte Menschen, Diabetiker und Transplantationspatienten sowie Kinder bis zu 5 Jahren.

Beim Hund zeigen sich Symptome der Leishmaniose in sehr unterschiedlicher Form wie Gewichtsverlust, allgemeine Schwäche, Durchfall und Erbrechen, verstärktes Krallenwachstum, Haarausfall (typisch ist die „Brillenbildung“ um die Augen herum) und Ekzeme. Untersuchungen durch den Tierarzt ergeben zusätzlich häufig auch Milzvergrößerung und Lymphknotenschwellungen. Meist handelt es sich bei den äußerlich sichtbaren Symptomen um sekundäre Anzeichen, die auf eine innere Leishmaniose (Erkrankung lebenswichtiger Organe) hindeuten.

Für einen Hund bedeutet ein mittels Testverfahren festgestellter positiver Leishmaniose-Titer (ohne äußerliche Symptome) nicht in jedem Fall ein Todesurteil und es gibt auch keinen Grund für panische Verzweiflung und Hysterie : Leishmanienübertragung durch Hundebisse, Speichel oder frisches Blut ist unwahrscheinlich !

 

Babesiose

Die Babesiose, auch „Hunde-Malaria“ genannt, wird durch die Kuh- oder Auwaldzecke sowie durch die Braune Hundezecke übertragen. Über das Blutsaugen dieser Zecken gelangen Babesienerreger (Protozoen/Einzeller) auf den Hund.

Etwa ein bis zwei Wochen nach einem infektiösen Zeckenstich (nicht alle dieser Zecken tragen die Erreger) tritt bei betroffenen Hunden hohes Fieber auf, dunkelfarbiger Urin ist möglich. In dieser akuten Phase kann Babesiose zum Tod des Tieres führen. Überstehen die Tiere die Fieberschübe folgen häufig Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverslust und häufig auch Gelbsucht. Ebenso können entzündliche Veränderungen der Augen bis hin zur Netzhautablösung, Bewegungsstörungen und epileptische Anfälle und Schädigungen des Zentralnervensystems vorkommen.

Für Menschen gehen von diesen beiden Zeckenarten in Bezug auf die Babesiose keine Gefahren aus.

 

Ehrlichiose

Mit dem Stich der Braunen Hundezecke werden die Erreger der Ehrlichiose (Ehrlichien) übertragen. Diese Erreger gehören zu den Rickettsien und sind den Bakterien zuzuordnen. Sie befallen die weißen Blutkörperchen und vermehren sich darin.

Beim betroffenen Hund beginnt eine „schleichende“ Infektion mit Symptomen wie Mattigkeit, Leistungsschwäche und Futterverweigerung. Später kann Nasenbluten als deutliches Anzeichen auftreten. Darüber hinaus können hohes Fieber und Lymphknotenschwellungen, punktförmige Blutungen auf den Schleimhäuten und auf der Haut, Blut in Kot und/oder Urin, Bluthusten sowie Blutergüsse in Gelenken beobachtet und festgestellt werden. Das Absinken der Blutplättchen (Thrombozyten) ist dabei für die Blutungsneigung verantwortlich.

Unbehandelt kann die Ehrlichiose zu Niereninsuffizienz und später zum Tod des Hundes führen.

Beim Menschen ist die Infektion als HME (Humane monozytäre Ehrlichiose) bekannt, wobei die Übertragung von Hund zu Mensch unwahrscheinlich, durch direkten Blutkontakt jedoch denkbar ist.

 

Anaplasmose

Erreger der Anaplasmose sind Bakterien (Anaplasma phagocytophilum) die wie Ehrlichien die weißen Blutkörperchen befallen (hier jedoch die Granulozyten) und sich in ihnen vermehren.

Überträger der Anaplasmose ist der Holzbock, eine weitere Zeckenart (Schildzecke), die weitverbreitet auch in Deutschland hauptsächlich in Wäldern und am Waldrand vorkommt.

Die Erkrankung ist der Ehrlichiose sehr ähnlich und zeigt sich in etwa gleichen Symptomen wie Fieber, Teilnahmslosigkeit, Gewichtsverlust, Durchfall und Erbrechen und manchmal auch zeitweiser Lahmheit infolge von Gelenkentzündungen.

Eine Infektion beim Menschen ist bekannt als HGE (Humane granulozytäre Ehrlichiose). Wie bei der Ehrlichiose ist die Übertragung der Anaplasmose von Hund zu Mensch unwahrscheinlich, durch direkten Blutkontakt jedoch denkbar.

 

Hepatozoonose

Die Hepatozoonose ist eine relativ neue Erkrankung, deren Erreger Hepatozoon canis ist und zu den Kokzidien gehört.

Überträger ist die Braune Hundezecke, wenn diese im Ganzen verschluckt wird.

Die Hepatozooen bohren sich im Darm angekommen durch die Darmwand und gelangen über den Blutkreislauf in Milz, Knochenmark, Leber, Nieren und Lymphknoten bis schließlich die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) befallen sind.

Die Symptome der Hepatozoonose variieren sehr stark und zeigen sich mit z.B. Fieber, Blutarmut, Abmagerung, Lymphknotenschwellungen, Nasen – und Augenausfluss, blutigem Durchfall, Muskelschwäche und steifem Gang. Eine massive Infektion führt durch die Schädigungen der Organe zum Tod des Hundes.

Für Menschen ist die Hepatozoonose keine Gefahr.

 

Weitere ausführlicher Informationen finden Sie hier :

Sandmücken und Leishmaniose

Parasitus.com und Parasitosen.com