|
|
|---|
|
|---|
Die Hunde der Kanarischen Inseln sind von der im schlimsten Fall tödlich verlaufenden caninen Leishmaniose aufgrund einer noch sehr geringen Durchseuchungsrate lokal vorkommender Sandmücken nur in geringem Ausmaß betroffen (Vergleiche hierzu Quelle T.J. Naucke: Vorkommen leishmaniose-infizierter Mücken auf den Kanaren) Ein viel größeres gesundheitliches Problem stellen hier die Filariosen (Dirofilariosen) dar, insbesondere die durch Dirofilaria immitis (Herzwurm) verursachte Erkrankung, die allgemein als bekannteste, nicht jedoch häufigste Filariose gilt. Wir möchten aufgrund unserer Verantwortung gegenüber Adoptanten, die sich trotz eines auf Gran Canaria Filaria-positiv getesteten Hundes in unserer Vermittlung für eine Adoption entscheiden, an dieser Stelle näher auf speziell die Herzwumkrankheit eingehen: Bei den Filarien zu unterscheiden sind Mikrofilarien (Embryonen, Larvenstadium) und Makrofilarien (ausgewachsene, geschlechtsreife, 12-30 cm lange und zweigeschlechtliche Würmer mit einer Lebensdauer von etwa 7 Jahren). Bis zur endgültigen Entwicklung zu Makrofilarien, durchlaufen die Mikrofilarien verschiedene Larvenstadien. Wie bei der Leishmaniose sind Mücken (etwa 60 Arten) die Zwischenwirte und Überträger der Herzwurmkrankheit. Sie nehmen beim Blutsaugen an einem infizierten Hund, die von weiblichen Makrofilarien ins Blut des Hundes abgegebenen Larven auf (Mikrofilarien im ersten Stadium).
Innerhalb der Mücke durchlaufen die Mikrofilarien das zweite und dritte, jetzt infektöse Larvenstadium, das durch den erneuten Stich der Mücke an einen weiteren Hund übertragen wird. Im Bindegewebe eines so neu infizierten Hundes bildet sich innerhalb von etwa 1-2 Wochen (frühestens nach 8 Tagen) das vierte Larvenstadium und nach ca. 70 Tagen das Endstadium aus (Makrofilarien). Im Anschluss an diese Entwicklung geben weibliche Makrofilarien frühestens nach etwa 6 Monaten geschlechtsreife Mikrofilarien ins Blut des befallenen Hundes ab. Die Inkubationszeit dauert mindestens 5-6 Monate, oft jedoch länger. Nach ihrer Wanderung durch die Muskelfasern des Hundes dringen Makrofilarien der Art Dirofilaria immitis hauptsächlich bis in die Bereiche des vorderen Bauchraums, des Brustkorbs, des Nackens, der Vordergliedmaßen und des Kopfes vor und gelangen über den Blutstrom der Venen bis in die rechte Herzkammer, die linke Lungenarterie (Arteria pulmonalis) und die Vena cava (vordere Hohlvene). Symptome des mit Dirofilaria immitis (Herzwurm) befallenen Hundes sind abhängig von der Anzahl adulter (ausgewachsener) Würmer und ihrer Lokalisation. Stark betroffen sind in den meisten Fällen Lunge, Herz, Leber und Nieren. Leichte Verläufe der Krankheit äußern sich in chronischem Husten, zum Teil mit Auswurf von bluthaltigem Speichel, Gewichts- und Konditionsverlust, geringe Belastbarkeit (Schwer- bzw. Kurzatmigkeit nach Anstrengung), Auffälligkeiten des Fells und geringgradige Blutarmut. Rechtsherzinsuffizienz, Stauungsleber, Aszites (Wasseransammlungen in der Bauchhöhle) und Ödeme (Gewebeschwellungen) können hinzu kommen. Herzrasen (anhaltend beschleunigter Puls), anhaltend beschleunigte Atemfrequenz (aufgrund des erhöhten Sauerstoffbedarfs), blasse Schleimhäute, Lebervergrößerungen und Nierenfunktionsstörungen sind schließlich Anzeichen eines schweren Verlaufs. Das als „Vena cava-Syndrom“ bezeichnete Krankheitsbild kommt vor allem bei kleinen Hunden vor und wird durch eine massive Ansammlung von Würmern in der vorderen Hohlvene und der rechten Vorkammer verursacht (Verstopfung). Es führt zu einem beschleunigten Abbau, bzw. Zerfall der roten Blutkörperchen (Blutarmut) und Schocksymptomen (Vergleiche hierzu: Quelle Synlab, Fachinformationen, Vollständiger Bericht Filariosen)
In der Auffangstation auf Gran Canaria positiv getestete Hunde (Nachweis von Makrofilarien) werden zweimal an aufeinanderfolgenden Tagen mit Immiticide (Melasormin-Dichlorhydrat) behandelt und erhalten aufgrund der Thromboemboliegefahr (Verschluss der Gefäße durch die absterbenden Parasiten) vorbeugende Medikation: Vor Gabe der ersten Immiticide Injektion wird Voren gespritzt (entzündungshemmendes Depot-Corticoid). Im Anschluss an die Immiticide-Behandlung erhalten sie 15 Tage lang das Antibiotikum Vibracina. Test(Fotoausschnitt Januar 2011)
Beispiel: Testergebnis negativ
Beispiel: Testergebnis positiv
Die Patienten bleiben während einer notwendigen Ruhephase bei eingeschränkter Bewegung in der Krankenstation und können frühestens vier Wochen nach der Behandlung ausreisen/vermittelt werden. Vor der Ausreise (etwa 3 Wochen nach der Behandlung mit Immicitide) erfolgt eine weitere veterinärmedizinische Untersuchung (Herz und Lunge, großes Blutbild). Ob die Behandlung erfolgreich war (vollständige Abtötung der Makrofilarien), kann jedoch leider erst nach frühestens sechs bis acht Monaten mittels erneuten Testverfahrens fest gestellt werden (siehe oben: Entwicklung von Makrofilarien, Produktion und Abgabe von Mikrofilarien ins Blut).
Gegen Mikrofilarien werden die Hunde in der Auffangstation regelmäßig monatlich mit Advocate Spot-on behandelt/prophylaktisch behandelt. Für weiterführende und ausführliche Infomation zu den Test- und Behandlungsverfahren (Mikro- und Makrofilarien) empfehlen wir die Fachinfomationen im vollständigen Bericht zu Filariosen von |
|---|