Besuch auf Gran Canaria 05.-10.08.2011


Freitag 05.08., Tag 1

Condor landet pünktlich um 18.15 Uhr auf Gran Canaria. Unser Gepäck ist schnell auf dem Förderband und wir können die Ankunftshalle bald verlassen, in der uns Andrea und Tochter Melina bereits erwarten. Heute steht nicht mehr viel auf dem Programm, darum geht die Fahrt gleich nach Maspalomas ins Hotel im Süden der Insel. Dieses Mal haben Marion und ich ein gemeinsames Zimmer im obersten 4 Stock, wo die Aussicht vom großen Balkon auf den Atlantik noch herrlicher ist als beim letzten Mal – einfach wunderschön!

Nachdem Andrea, Melina, Marion und ich ein gutes Stündchen zusammen gesessen haben, verlassen wir das Hotel, um einkaufen zu gehen, denn Marion und ich wollen uns die kommenden fünf Tage selbst versorgen und auf Frühstück und Abendessen im Hotelrestaurant verzichten.

Nach unserem Einkauf verabschieden wir uns bis zum nächsten Tag von Andrea und Melina und richten uns ein. Den Abend verbringen Marion und ich im Anschluss an eine kleine Mahlzeit auf dem Balkon und gehen früh zu Bett.


Samstag 06.08., Tag 2

Ich habe schlecht geschlafen, weiß jedoch noch nicht warum und döse noch müde bis etwa 9 Uhr weiter. Wir können den Tag langsam angehen lassen, denn unser Mietwagen ist erst ab zwölf Uhr mittags abholbereit. Nach dem Frühstück bleibt noch Zeit für ein paar Teile Handwäsche, die tagsüber auf dem sonnigen Balkon trocknen können. Wir genießen die Aussicht auf´s Meer und bekommen wie letztes Jahr Taubenbesuch. Marion gibt dem hübschen Vogel spontan den Namen Emma :o)))

Kurz vor zwölf machen wir uns auf den Weg in die Hotelhalle und setzen uns auf eine kleine Terrasse vor dem Gebäude. Wir warten auf Tamara und Janine aus der Schweiz, die sich zur gleichen Zeit auf Gran Canaria aufhalten und uns freundlicherweise zu unserem Mietwagenanbieter fahren. Anschließend sind wir alle in der Auffangstation verabredet.

Emma haben wir ein paar Baguettekrumen da gelassen.

Der Servicemitarbeiter der Mietwagenfirma ist freundlich und zuvorkommend und wir amüsieren uns noch, wie gut er Deutsch versteht und sogar spricht, obwohl er anfangs auf unsere Frage, wie wir uns verständigen können antwortet, Englisch sei am besten. Mit einem Kauderwelsch aus beiden Sprachen gibt es am Ende keine Probleme und wir werden seine Empfehlung, eine zusätzliche Versicherung gegen Vandalismusschäden abzuschließen, zwei Tage später zu schätzen wissen.

Noch während wir am Schalter stehen, klingelt mein Handy. Andrea meldet sich als Überbringerin furchtbarer Nachrichten. Sie, die nach ihrem Aufenthalt in Deutschland auch zum ersten Mal wieder in der Auffangstation ist, hat gerade erfahren, dass die beiden Pinschermischlingsschwestern Alfa und Bela schon vor etwa 10 – 14 Tagen in ihren Gehegen schweren Beissereien zum Opfer gefallen sind. Alfa ist tot aufgefunden worden, Bela nach kurzem Aufenthalt in der Krankenstation ihren Verletzungen ebenfalls erlegen. Nun wartet auf Andrea und mich die belastende Aufgabe, diese schlimmen Nachrichten den Adoptanten zu übermitteln, die sich schon seit Wochen auf die Ankunft der Schwestern in Hamburg freuen.

Schweren Herzens machen Marion und ich uns auf den Weg und erreichen nach etwa 40 Minuten die Auffangstation. Nachdem Andrea die Familie angerufen hat, die Alfa gern zu sich genommen hätte, rufe ich Kirsten an, die Bela adoptieren möchte und versuche ihr schonend beizubringen, dass sich dieser Wunsch nicht erfüllen wird.

Anschließend helfen wir Andrea beim Baden und weiteren Vorbereitungen für Willy, suchen ein passendes Geschirr und eine Transporttasche für seine Reise aus und stellen alles bereit. Er wird nun am nächsten Tag ohne Alfa fliegen.

Bevor wir uns alle auf den Heimweg machen, statten wir den Hunden im großen Gehege einen ersten Besuch ab, werden mit Freudensprüngen willkommen geheißen und haben gar nicht genug Hände für die verlangten Streicheleinheiten.

Marion und ich verabschieden uns um 19 Uhr und fahren zurück ins Hotel. Für den nächsten Abend sind wir alle bei Lotty verabredet und werden wie letztes Jahr gemeinsam in der „Vaqueria“ zum Essen gehen.


Sonntag 07.08., Tag 3

Wir sind früh wach und erleben einen prachtvollen Sonnenaufgang in Maspalomas.

Da die Auffangstation am Sonntag ohnehin geschlossen ist, beschließen Marion und ich diesen Tag für eine Teilerkundung der Insel zu nutzen. Nach dem Frühstück, bei dem uns auch Emma wieder Gesellschaft leistet, machen wir uns auf Andreas Empfehlung hin auf zum „Playa del Hombre“. Er befindet sich in der Nähe von Telde, ein eher rustikaler Strandabschnitt, der hauptsächlich von Einheimischen genutzt wird und keine der Touristenhochburgen ist.

Auf dem Weg dorthin passieren wir auch El Goro und müssen unweigerlich an das diesjährige Katzenkastrationsprogramm denken.

Am Ziel angekommen, parken wir am Straßenrand in einem kleinen Dorf. Hier begegnen wir erstmals der für Gran Canaria typischen privaten Haltung von Hunden auf derTerrasse.

Wir schauen wohl ziemlich verblüfft aus der Wäsche, als uns von einer dieser Terrassen ein Hund entgegen bellt, der eine unglaubliche Ähnlichkeit mit einem unserer Schützlinge in der Vermittlung aufweist – beinahe ein zweiter Tigger !

Nachdem wir zwei steile Natursteintreppen hinab gestiegen sind, erreichen wir den Zugang zum Strand, entledigen uns unserer Schuhe und genießen das Barfuß laufen im dunkelbraunen Sand.

Bald wird auch klar, warum hier weniger Touristen anzutreffen sind. Der Strandabschnitt zur linken Seite ist nicht sehr groß und bietet sehr viel weniger Platz zum Liegen in der Sonne oder für einen Spaziergang am Ufer. Zur rechten Seite findet sich nur Lavafels, an den heftig und hoch die heranrollenden Wellen des Atlantik branden. Aus gutem Grund findet sich hier ein Warnschild "Gefährlicher Strand", das jedoch einheimische Kenner nicht abhält, sich trotzdem in den Wellengang zu stürzen.

 

Mir persönlich gefällt diese „Urgewalt“ sehr und ich kann ihr weit mehr abgewinnen als dem Gewimmel am „Playa del Inglés“ unterhalb unseres Hotels im Süden.

Wir suchen uns einen gemütlichen Platz auf den Lavasteinen, packen die mit gebrachten Sandwiches aus und freuen uns am Anblick des lebendigen Meeres und seinem stetig wechselnden Farbenspiel in allen Nuancen aus Grau, Blau und Türkis.

Wenig später geht Marion auf einen Barfußspaziergang am Strand, während ich zunächst am Platz bleibe, mir Notizen mache, natürlich auch ein paar Fotos., um es ihr später gleich zu tun.

Eine Möwe setzt sich auf einem der Felsen im Meer in Pose. Sie "hüpft" von Stein zu Stein bis sie schließlich über die Wellen hinweg wieder auf fliegt.

Da wir uns in der Nähe des Flughafens befinden, steigen über mir auch mehrere Flugzeuge, um ihre Reisehöhe zu erreichen.

Am Mittag verlassen wir „Playa del Hombre“, denn wir wollen noch in Richtung San Mateo bis hoch nach La Lechuchilla fahren, um einmal etwas mehr von der Vegetation zu sehen, die es auch auf der weitgehend kargen Insel gibt. Man muss sich dafür nur auf den Weg in die Berge machen.

Bei unserem Mietwagen angekommen, stellen wir fest, dass uns jemand eine Rieseschramme in die Fahrertür gekratzt hat und erinnern uns augenblicklich an den freundlichen Mitarbeiter der Mietwagenfirma. Hätten wir die von ihm empfohlene Zusatzversicherung nicht abgeschlossen, wäre uns dieser Schaden höchst wahrscheinlich nach unserer Rückkehr nach Deutschland teuer zu stehen gekommen. Kopfschüttelnd fahren wir los.

Weil jetzt im Sommer alles blüht und die Umgebung umso grüner wird, je höher man über scheinbar endlose Serpentinen hinauf kommt, macht die Fahrt großen Spaß.

Wir erreichen einen Parkplatz auf einer Art Hochplateau, das eine wundervolle Aussicht auf die Insel bietet. Ein idealer Ort für Fotos.

Während wir uns umschauen und uns die parkenden Fahrzeuge näher ansehen, bemerken wir, dass es sich um Pickups und PKW mit Anhängern handelt. Sollten hier Podenqueros mit ihren Hunden unterwegs sein ? Wir lauschen und hören in der Ferne bald Hundegebell...

Gespannt warten wir, denn das Gebell scheint näher zu kommen und tatsächlich: Von einem der Berghänge gegenüber des Parkplatzes kommt weit oben ein Podenco Canario in Sicht.

Er scheint auf dem Rückweg von einer Kaninchenjagd zu sein und ganz sicher ist er nicht allein unterwegs gewesen. Jetzt sind auch Rufe und Pfiffe zu hören und meine Aufregung steigt.

Kurz darauf kommt der erste Jäger hinab, leint den Podenco an und führt auch den Rest seiner Meute über die Straße auf den Parkplatz. Er lässt sie in den Anhänger springen und sorgt für Trinkwasser.

Dann wendet er sich wieder der Straße zu. Er scheint noch Kollegen zu erwarten und bald darauf erreicht auch ein Junge mit weiteren Hunden den Parkplatz. Die Meute scheint erfolgreich gejagt zu haben, denn an seinem Gürtel hängt ein erlegtes Kaninchen.

Als der nächste Podenquero mit zwei Hunden den Parkplatz erreicht, grüßen wir die Männer und weil wir sie freundlich ansprechen und Marion mit ein paar Brocken Spanisch in der Lage ist, unsere Neugier und meinen glückseligen Gesichtsausdruck zu erklären - dass wir aus Deutschland stammen und ich Zuhause selbst sechs Podencos halte, von denen vier auch Canarios sind - erlauben mir die beiden Männer ein paar Fotos zu machen.

Es kommt auch noch ein Dritter den Berg hinab. Seine Meute besteht aus fünf Canarios und einem kleinen Terrier. Der Mann ist der älteste und trägt an seinem Gürtel ein zweites Kaninchen. Seine Hunde sind die magersten und struppigsten, während die Podencos seiner beiden Freunde in einem wirklich guten Zustand sind. Er ist auch derjenige der seine Hunde recht unsanft hinter sich her zu seinem Pick-up zieht.

Nach diesem besonderen Erlebnis geht es etwa gegen 14 Uhr Ortszeit zurück auf die ebenso schöne Rückfahrt zum Hotel, denn vor unserer Verabredung zum Abendessen, möchten Marion und ich noch ein gemütliches Tässchen Kaffee trinken, duschen und uns umziehen.

Leider fahren wir noch einige Runden um das Hotel herum, bevor ein Parkplatz gefunden ist. Am Sonntag sind wohl auch die Einheimischen gern am am Playa del Inglés, dem beliebtesten Strand der Insel.

Um 18 Uhr fahren wir zu Lotty und das Wiedersehen ist wie immer sehr herzlich. Wir treffen dort auf Andrea, Melina, Janine und Tamara. Später kommt auch noch Gerardo, Andreas Mann, dazu und wir reden und scherzen herum, bis wir uns am Strand entlang auf zur „Vaqueria“ machen, die um 19.30 Uhr öffnet.

Ich hätte dieses Mal gern Innenaufnahmen dieser urigen Lokalität gemacht, doch nachdem ich mit der Kamera den Ara fest gehalten habe, der immer noch zur Restaurant-“Ausstattung“ gehört, macht Melina mich auf ein Schild aufmerksam, das Videoaufnahmen und Fotografie untersagt. Also lasse ich es natürlich.

Wir verbringen einen unterhaltsamen Abend bei leckeren Speisen und lachen oft über Gerardos Scherze, der sein Talent zum Entertainer unter Beweis stellt und es besonders amüsant findet, Tamara und Janine ein wenig aufzuziehen :o))

Der Abend klingt gegen 22.30 Uhr aus und wir verabschieden uns vor dem Restaurant von Andrea und Melina, die sich gleich auf den Heimweg machen. Da wir vor Lottys Wohnhaus geparkt haben, begleiten wir den Rest der Gruppe noch zurück und Gerardo ist so freundlich, uns noch bis zur einer Autobahnauffahrt zu lotsen, von der aus wir den Rückweg zum Hotel leichter finden.

Teil 2