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Besuch auf Gran Canaria 2011 - Teil 2

Montag 08.08., Tag 4

Nach dem Frühstück lassen Marion und ich uns auf das Abenteuer ein, ohne Navigationsgerät zur Auffangstation zu fahren, was prompt schief geht, aber den Vorteil hat, dass wir wieder ein anderes Stück der Insel kennen lernen ; ) Dabei erleben wir auch ein typisches Wetterphänomen der Insel, denn als wir vom Hotel im Süden starten, strahlt die Sonne noch hell, während der Himmel sich immer mehr bewölkt und trübt, je weiter wir in den Norden fahren. Unterwegs regnet es sogar. Als wir schließlich eintreffen, sind die Tierfänger schon da gewesen und haben 10 Katzen und zwei Hunde angeliefert. Bei den Hunden handelt es sich um eine sehr ruhige weisse Spitzhündin und einen hübschen noch jungen Cockerspaniel, Es ist der Rüde, der spontan von Andrea für die Vermittlung ausgesucht und später den Namen Nathan bekommen wird. Ein kurzes Gespräch mit dem Besitzer hat ergeben, dass er ihn wegen Umzugs nicht bei sich behalten will.

Im Hauptgebäude der Auffangstation sind Tamara und Janine bei der Arbeit und kümmern sich um die Katzen in der Krankenstation. Wir treffen im Vorbereitungsraum auf Tierärztin Syra, Andrea und Melina, die dabei sind Humo und Yoshi noch einmal zu checken, die am 19.08. mit Felicitas nach Deutschland fliegen sollen.

Die Heimtierausweise werden noch einmal kontrolliert und Melina sucht nach passenden Geschirren und Halsbändern. Später gehen Marion und ich nach draußen zu dem Schrank, in dem die Transportboxen aufbewahrt werden und schauen nach passenden Größen für Timo und Shima. Diese beiden begleiten uns in 2 Tagen auf unserem Rückflug nach Frankfurt. Die Boxen werden mit Decken und Trinknäpfen bestückt und bereit gestellt.

Wir warten noch auf einen Besuch von Montse, die Timo bis zu seiner Abreise in Pflege hat. Sie wird Timo bis zum Abreisetag noch einmal mitnehmen, um ihn zu baden und sein Fell noch ein wenig zurecht zu stutzen.

In der Zwischenzeit sind Tamara und Janine zu uns gestoßen. Tamara geht das Schicksal einer kranken Katze im großen Gehege sehr zu Herzen und Andrea verspricht ihr, sich darum zu kümmern, dass sie in der Uniklinik behandelt wird. Bald darauf ist Mittagspause.

Bis 16 Uhr müssen alle Besucher die Auffangstation verlassen. Während Andrea mit Melina nach Hause fährt, lassen wir unseren Mietwagen stehen und begleiten Tamara und Janine nach El Portuillo in der Nähe. Andrea hat dort für ein Mittagessen ein Restaurant am Meer empfohlen, das die beiden jungen Frauen aufsuchen können, um sich zu stärken.

Marion und ich nehmen vorlieb mit den Sandwiches die wir dabei haben und setzen uns an den Strand auf Lavafels. Auch dort ist die Brandung wunderschön und stürmisch. Wir vier bleiben dort bis etwa 15.45 Uhr und genießen Sonne und Meer, bis wir zur erneuten Öffnungszeit der Auffangstation wieder mit Andrea verabredet sind.

Als wir eintreffen, ist das große Tor noch geschlossen und es warten bereits Besucher mit ihren Hunden. Am Nachmittag ist die Sprechstunde auch für Einheimische geöffnet, die bereits einen Hund oder eine Katze adoptiert haben und ihre Tiere von den Veterinären der Station behandeln lassen können.

Uns fällt eine kleine Familie auf, die mit einem Dalmatiner wartet. Während der Vater und sein Sohn liebevoll mit dem Hund umgehen, ist der Großvater scheinbar unzufrieden damit, wie der Dalmatiner sitzt. Ständig tritt er nach dem Hund, um ihn in die Stellung zu bringen, die er für richtig hält, obwohl das Tier sich kaum vom Fleck bewegt. Als das Tor schließlich geöffnet wird, ist auch noch ein Lieferwagen mit Futter für die Auffangstation eingetroffen.

Mit Andrea, die ein paar Minuten später ankommt, machen wir uns auf einen weiteren Rundgang und begrüßen zunächst im Hauptgebäude die Direktorin. Anschließend ist Fotosession. Wir brauchen aktuelle Fotos der Hunde in unserer Vermittlung und neue von den Schützlingen, die Andrea bereits Wochen vor ihrer Abreise nach Deutschland ausgesucht hat. Im großen Gehege ist auch Spaß dabei, denn wir haben Diebe unter uns !

Elvis ist ein Zigarettenräuber und Frac hat ein Faible für Sonnenbrillen :o))

Später nehme ich mir Zeit, auch die Hunde in den anderen Zwingern ins Visier zu nehmen. Ungläubig staune ich wieder über die Vielfalt der wunderschönen Rassehunde und nicht weniger attraktiven und lustigen Mischlinge, die hier landen und sterben müssen, wenn sich Niemand für sie interessiert. Wie ist es möglich, dass es Menschen gibt, die ein Blick in diese aufmerksame und fragende Hunde-oder Katzenaugen kalt lässt ?

Unter all den Hunden berührt ein wunderschöner Podencorrüde mein Herz sehr tief. Er ist von kleinerem, zierlichen Wuchs, ja geradezu filigraner Statur. Was gäbe ich darum, ihn sofort mitnehmen zu können - oder wenn er es wenigstens bis in die Vermittlung schaffen könnte... !

 

Auf unserem heutigen Programm stehen u.a. die "Katzentests" für Perla und Zorrita, denn beide kleine Damen sollen in ihrem zukünftigen Zuhause mit vorhandenen Stubentigern auskommen. Selbstverständlich kann eine so kurze Zusammenführung keine Garantie und nur eine erste und grobe Einschätzung sein, und sowohl Perla wie auch Zorrita bestehen den kleinen Test insofern, als sie mäßig interessiert, ruhig und ohne direkte Aggression auf die Katzen reagieren. Ein Zusammenleben mit ihren samtpfötigen Hausgenossen im Alltag müssen die beiden nun bald unter Aufsicht ihrer Menschen lernen.

Beim Besuch in der Krankenstation fallen Marion und mir zwei Hunde besonders auf. Eine Hündin suchen wir unverbindlich für Kirsten aus, der ich die traurige Nachricht des Todes von Bela übermitteln musste. Wir nehmen die Kleine aus dem Zwinger und checken sie mit Hilfe von Tierärztin Syra. Die Fotos der Hündin werde ich Kirsten gleich nach meiner Rückkehr übermitteln. Vielleicht kann die Kleine über die große Leere, die Bela hinterlassen hat, bald hinweg trösten.

Sehr schmerzhaft und traurig ist der Anblick einer winzigen offenbar schwer kranken und schon sehr alten Hündin mit grauem struppigen Fell in einem anderen Zwinger, die sich kaum noch auf den Beinen halten kann. Marion und ich fassen nicht, dass es Menschen möglich ist, ein Tier so im Stich zu lassen. Ich verzichte auf Fotos des Leids dieser Kleinen, denn ich käme mir vor wie ein skrupelloser Paparazzo !

Bevor Layka zum Fotoshooting hinaus geführt wird, muss noch eine Bisswunde versorgt werden, die sie in ihrem Gehege davon getragen hat. Sie wird anschließend in der Krankenstation bleiben.

Um 18 Uhr, kurz bevor auch die Auffangstation für den heutigen Tag ihre Pforten schließt, machen wir uns alle auf den Rückweg. Tamara und Janine, die während ihres Aufenthalts bei Lotty residieren, wollen vorher für die Katzen einkaufen, die bei Lotty in Pflege sind. Marion und ich besorgen in Maspalomas noch ein paar Lebensmittel, bevor wir unser Hotelzimmer aufsuchen. Wir sind beide verschwitzt, seelisch erschöpft und müde und haben uns einen leichten Sonnenbrand eingefangen. Die Kraft der Strahlung unter einer vermeintlich dichten Wolkendecke am Strand von El Puertillo haben wir offensichtlich unterschätzt.


Dienstag 09.08., Tag 5

An diesem Morgen sind wir früh um halb sechs auf den Beinen und genießen noch einmal den Sonnenaufgang auf unserem Balkon. Die Wolkendecke ist heute dichter.

Wir frühstücken ausgiebig und fahren um 9.30 Uhr zur Auffangstation.

Heute haben wir die Strecke vom Hotel dorthin verinnerlicht und können auf die Hilfe des Navigationsgeräts verzichten. Bei Ankunft ist schon der erste Wagen der Hundefänger da.

Mitarbeiter der Station helfen beim Anketten der Tiere. Es sind ausnahmslos Staffords, Bullterrier und Dogomischlinge – Chancenlose ! Sie werden voraussichtlich alle nach ihrer Galgenfrist von 21 Tagen euthanasiert.

Einige dieser Hunde sind in relativ gutem Zustand, der Anblick manch anderer dagegen, löst unweigerlich unser Mitgefühl aus. Sie sind ungepflegt, ein paar weisen vereiterte Augen und Verletzungen auf.

Auch eine alte Hündin ist dabei, die sich müde auf den Steinplatten niederlegt. Ich wage mich näher an die Tiere heran, denn keines von ihnen scheint bösartig oder aggressiv zu sein. Dankbar nehmen die meisten von ihnen das Wasser an, das ich ihnen zum Trinken bereit stelle, freuen sich über meine streichelnden Hände und die Ansprache.

Ein zweites Fahrzeug hat einen hellen Labrador und ein paar Mischlinge gebracht.

Andrea, die heute von Melina und einer Freundin begleitet wird, die beide helfen möchten, bekommen von Andrea Aufgaben zugeteilt. Unter anderem sind es Arbeiten, um die sich sonst Niemand kümmert oder solche, die liegen bleiben, weil die Zeit dafür fehlt, wie z.B. das Säubern der Plastikkragen für die Krankenstation und das Aufräumen im Waschraum, in dem sich verschmutzte Handtücher und Decken auftürmen.

Marion und ich helfen Andrea bei der Versorgung einer Hündin, die in die Vermittlung kommen wird. Die wunderschöne Dame ist ein Liebling von Melina, die ihr den Namen Sadie gegeben hat. Sadie hat eine hässliche Ohrverletzung, die wir säubern und spülen und wir schneiden ihr verfilzte Stellen aus dem langen Fell. Sie erträgt die mit Schmerzen verbundene Prozedur sehr ruhig und geduldig und bekommt zum Schluss noch ein Antibiotikum. Mario, einer der Tierärzte der Auffangstation ist bereits im hinteren OP-Raum, wo heute Nathan, der junge Cockerrüde zur Kastration vorbereitet wird.

Nachdem Sadie versorgt ist, wird sie in der Krankenstation untergebracht, wo wir auch noch einmal nach der alten kranken Hündin schauen. Ihr Zustand hat sich weiter verschlechtert und ist so untragbar, dass Marion und ich Andrea eindringlich bitten, für sofortige Hilfe zu sorgen. Die kleine Hündin siecht und leidet schon viel zu lange und der einzige und letzte Dienst, den wir ihr noch erweisen können, ist ein sanftes Einschlafen als erlösende Flucht aus einer Welt, die am Ende ihres Lebens nichts als Grausamkeit und Leid für sie übrig hat.

Zurück auf dem Hof beobachten wir erfreut, dass eine der Bullterierhündinnen, die von den Hundefängern abgliefert wurde, von ihren Besitzern abgeholt wird !

Dort treffen wir auch auf Felicitas und Marcel, die wir heute endlich persönlich kennen lernen. Sie sind die Initiatoren des Projekts Gatopción. Auch für die Vorstellung dieses Projekts ist eine Serie von Fotos geplant, die ich kurz darauf bei einem Besuch in den Katzengehegen umsetze.

Bald darauf ist Mittag und Andrea, die am Nachmittag keine Zeit haben wird, fährt mit Melina und deren Freundin nach Hause. Vorher hat sie noch Tito im Büro benachrichtigt, dass Marion und ich um 16 Uhr zurück kommen und ein letztes Mal unsere Schützlinge in den sicheren Zwingern besuchen möchten.

Um die Zeit der Mittagspause zu überbrücken, beschließen wir noch einmal zum Atlantikufer bei El Puertillo zu fahren um dort ein wenig Ablenkung vom heutigen Wechselbad der Gefühle zu finden.

Die Sonne brennt in der Zwischenzeit glühend heiß vom Himmel herunter und wir sind froh über den kleinen Sonnenschirm, den wir vorsorglich gekauft haben und in einem Loch des Lavagesteins einstecken können. Es ist der gleiche Platz, den wir gestern für unsere Pause genutzt haben. Wenn auch das schöne Wetter heute mehr Besucher zur Entspannung an den kleinen Sandstrand gelockt hat, ist der felsige Uferteil bis auf ein paar Angler wenig bevölkert.

Während Marion unter dem Sonnenschirm die Pause in Ruhe genießt, beschließe ich mit der Kamera ein wenig das Gelände zu erkunden und auf den Felsen herum zu klettern. Ich möchte dem Wellengang des Meeres näher kommen, der heute noch intensiver, noch höher und noch viel faszinierender gegen das steinige Ufer brandet. Dieser An- und Ausblick ist traumhaft und von erhabener Schönheit.

Doch es gibt noch mehr kleine Wunder zu entdecken. Zwischen den einzelnen Lavafelsen hat die Kraft des Atlantik Mulden ausgewaschen und diese Mulden sind mit Leben gefüllt.

Mit der Brandung müssen Fische hoch hinauf geschleudert worden sein, die nun in den kleinen Lagunen ausharren müssen, bis die Flut ein nächstes Mal so stark ansteigt, dass sich vielleicht ein Weg zurück ins Meer eröffnet.

Die kleinen Wasserbewohner sind von grau-grüner, blass hellblauer oder schwarz-weisser Färbung, die unter dem Wasserspiegel und vor dem Grund der flachen Lagunen kaum auffällt.

Noch näher am Abgrund zum Meer hin entdecke ich zwei schwarze Fische mit kobaldblau leuchtenden Abzeichen. Viel Platz haben sie in ihrem unfreiwilligen Gefängnis nicht und schwimmen deshalb ständig hin und her.

Ich rufe Marion dazu und weil wir noch Sandwiches übrig haben, brechen wir Krumen ab und füttern die Fische, die diesem kleinen Snack nicht abgeneigt sind. Auch kleine Schnecken und Krebschen gesellen sich dazu und versuchen Häppchen zu ergattern.

Ich setze mich schließlich ganz an den Rand zum Wasser hin, bestaune eine kleine Höhle links von mir, die der Atlantik mit seinen kraftvollen Wellen geschaffen hat und lasse die Beine herab baumeln. Salzige Gichtspritzer kühlen mich ein wenig ab.

Mit stetig ansteigender Flut wagen sich unter mir stattliche grün-grau, braun-schwarz und orange-rot schillernde Krebse aus ihren Verstecken im Lavafels. Es werden immer mehr, die zum Wasser hin kriechen – ein buntes und fesselndes Schauspiel.

Kurz nach 16 Uhr fahren wir zurück zur Auffangstation, melden uns kurz bei Tito an und steigen dann die Treppen hinauf zu „unseren Gehegen“. Der Besuch löst heftiges Gebell und Getobe aus, so dass wir beschließen, nicht allzu lange zu bleiben, um die Hunde nicht mehr als nötig in Aufregung zu versetzen. Dennoch macht der kurze Aufenthalt Freude, weil Shani sich auch ohne Anwesenheit von Andrea hervor traut und insgesamt eine weniger geduckte Körperhaltung zeigt - was für die scheue und schöne Hündin einen großen Fortschritt bedeutet.

Ich halte noch eine Serie von Marion und Nuca in Bildern fest. Auch Nuca, die Marion schon seit letztem Jahr besonders am Herzen liegt, ist immer noch hier. Für die sanfte und verschmuste Dame in mittlerem Alter hat sich leider noch kein Zuhause finden lassen.

Bevor wir nach der Rückfahrt unser Hotelzimmer aufsuchen, holen wir uns noch eines dieser leckeren Eishörnchen bei einer Eisdiele in der Nähe des Hotels, die uns Andrea empfohlen hat. Tatsächlich ist die Eiscreme dort ein besonderes Geschmackserlebnis und als wir das letzte Stück zum Hotel zurück laufen, spüren wir beide den ein oder anderen schmerzenden Muskel.

Als wir unser Zmmer betreten, haben uns die freundlichen Zimmermädchen eine schöne Dekoration hinterlassen :o))

Marion legt sich ein Stündchen auf´s Ohr, ich springe unter die Dusche und wasche ein paar Teile von Hand, die bis zum nächsten Tag sicher noch trocknen.

Taube Emma hat sich auch am späten Nachmittag eine Brotmahlzeit abgeholt und putzt sich anschließend in der Krone eines hohen Baumes vor unserem Balkon.

Nachdem Marion erwacht und sich ebenfalls mit einer Dusche erfrischt hat, essen wir und beschließen unseren letzten Abend mit einem Spaziergang zum Playa del Inglés in der Dämmerung ausklingen zu lassen.

Auf der Standpromenade herrscht noch reges Treiben, doch als wir die Treppe hinab zum Ufer geschafftt haben, sind dort nur noch wenige Besucher anzutreffen.

Wir setzen uns auf einen der großen Steine und genießen ohne viel Worte die abendliche Aussicht, das Rauschen der Wellen und die angenehme Brise. Auf dem Rückweg zum Hotel begegnen wir ein paar der Strandkatzen.

Wir denken ungläubig daran, dass wir morgen schon wieder abreisen müssen und schlafen schließlich ein.


10.08., Tag 6

Unseren Mietwagen müssen wir erst um zwölf Uhr mittags wieder abgeben. Wir haben also viel Zeit für ein ausgiebiges Frühstück und das Packen unserer Sachen. Nachdem wir uns vom zuvorkommenden Personal an der Rezeption und dem sehr freundlichen Direktor des Hotels verabschiedet haben, fahren wir los.

Vor dem Büro der Mietwagenfirma herrscht reger Andrang, deshalb fragt Marion an einem freien Schalter nach, ob wir uns auch für die Rückgabe unseres kleinen PKW lange anstellen müssen, was glücklicherweise nicht der Fall ist. So sind wir bereits um halb zwölf fertig und warten in der Flughafenhalle auf Andrea, die uns für die letzte Fahrt zur Auffangstation abholen wird. Dort angekommen vergehen die letzten Stunden unseres Aufenthalts in Windeseile.

Wie jeden Tag haben die Tierfänger eine neue Lieferung Hunde gebracht

Montse, die Timo übergibt, vergießt ein paar Abschiedstränen, was nicht wundert, denn Timo ist einige Monate bei ihr gewesen und beide haben eine Bindung zueinander aufgebaut. Wir versprechen ihr zum Trost, dass sie selbstverständlich alle Nachrichten und Fotos von Timo bekommt, die uns zukünftig aus seinem Zuhause erreichen werden.

Schließlich ist es soweit. Timo und Shima werden aus ihren Gehegen geholt und Andrea trifft letzte Vorbereitungen, während Marion und ich die beiden Glücklichen auf dem Hof spazieren führen. Nach einer leichten Sedierung kommen die Zwei in ihre Boxen und werden in Andreas Caddy verladen.

Das Einchecken der Hunde am Flughafen Las Palmas verläuft mit Andreas Routine und der Hilfe eines ihr bekannten Mitarbeiters rasch und ohne Schwierigkeiten und schon ist der Augenblick des Abschieds da, der uns wieder sehr schwer fällt. Dieser Aufenthalt war intensiv und unsere Köpfe sind übervoll von den Bildern und Eindrücken der vergangenen fünf Tage.

Nachdem Andrea nach Hause gefahren ist, suchen Marion und ich den Schalter für unseren eigenen Check-in und setzen uns vor eines der großen Panaoramafenster in der Nähe. Dort steht unsere Maschine bereit und wird nun mit dem Gepäck der Reisenden beladen.

Wir können auch noch dabei zusehen, wie die die Transportboxen von Timo und Shima auf dem Förderband in den Frachtraum gelangen.

Dann ist es höchste Zeit, ins Flugzeug zu kommen.

Nach Ankunft am Frankfurter Flughafen kümmert sich Marion um das Abholen unseres Gepäcks, während ich auf die Ausgabe von Timos und Shimas Boxen warte.

Wir passieren den Zoll ohne Kontrolle und werden in der Ankunftshalle schon von Timos freudig aufgeregter Familie begrüßt.

Auf Shima wartet der sympathische Roland für HLR der sich bald darauf verabschiedet, um die Dalmatinerhündin zu ihrer Pflegefamilie zu fahren.

Mit Henry und Georg, die gekommen sind, um Marion und mich abzuholen, stehen wir noch ein halbes Stündchen vor dem Flughafengebäude, bis es endgültig für uns alle auf den Heimweg geht.

Auf Wiedersehen Gran Canaria – bis zum nächsten Mal !


P.S. Ich ahne zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass Andrea mir eine Woche später mitteilen muss, dass sie nur einen Tag zu spät gekommen ist, um den kleinen Podencorüden ,den ich fotografiert habe, für unsere Vermittlung zu reservieren. Er ist frühzeitig eingeschläfert worden. Ich schlucke schwer an dieser Nachricht und kann Tränen der Trauer um diesen Podenco, von dem Andrea sagt, er sei der umgänglichste aller fotografierten Rüden gewesen, nicht zurück halten. Ich werde diesen hübschen kleinen Kerl nie vergessen und weil die Nachricht seines Todes mich tagelang aufwühlt, gebe ich ihm nachträglich einen Namen – In Memoriam Patamon („Gewitter, Stum“)

 

Besuche auf Gran Canaria

 

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